3.12 Beziehungsrekonstruktion1,2

Inhalt und Ziel des Moduls: Beziehungsrekonstruktion4 ist ein Verfahren das sich in Anlehnung an tiefenpsychologischen, system-, transaktions- und entwicklungs-orientierten Konzepten (z.B. Jacob Levy Moreno, Eric Berne, Virginia Satir) als Methode zur Sichtbarmachung latenter Beziehungskonflikte entwickelt wurde. Diese dient lediglich des Transparentmachens dieser Konflikte und bietet somit die Möglichkeiten des rationellen Verstehens dieser. Keinesfalls liegt die Intension dieser Methode in einer psycho-emotionaler Heilung, wie dies beispielsweise die Absicht von psychotherapeutischen Verfahren ist. Techniken wie Rollenspiele oder Aufstellungsarbeiten werden dazu verwendet, um Beziehungskonflikte auf systemischer und auf der individuellen Ebene sichtbar zu machen. Die Lösung dieser Konflikte ist hierbei, ebenso wie das Beziehungsgeschehen zwischen dem Moderator und den TeilnehmerInnen von sekundärer Bedeutung. Eine Heilung (einer Krankheit/Störung) beziehungsweise eine auf psychotherapeutische Beziehung beruhende Lösung von Problemen ist von der Methode der Beziehungsrekonstruktion klar abzugrenzen. Beziehungsrekonstruktion, welche in diesem Konzept primär auf der Rationalität, also dem vernunftgeleiteten Denken und Handeln, basiert soll dem Menschen die Möglichkeit neuer Sichtweisen und Blickwinkel eigener Konflikte bieten. Sollte sich im Rahmen dieser Prozesse die Sinnhaftigkeit beziehungsweise der Wunsch nach einer weiterführenden therapeutischen oder beraterischen Auseinandersetzung eines TeilnehmerIn ergeben, ist dies nicht mehr Teil der Beziehungsrekonstruktion und muss ausgelagert werden. Beziehungsrekonstruktionen werden sowohl im Einzelsetting, wie aber auch in Gruppen angeboten. Je nach Bedürfnis und Beschreibung der Ausgangssituation (Paarthematik, Teamkonflikte, Familienthematiken, Generationenkonflikte, usw.) der Teilnehmer kann der Moderator eine Vielfalt von Techniken und Hilfsmittel (Triadisches Fragen, Reframing, Aufstellungsmethoden, Soziogramm, Metaphernarbeit, Arbeit mit und an Glaubenssätze, Rollenspiele, uvm.) anbieten.

1 Zuordnung: Beratung nach dem Familienförderungsgesetz

2 Zuordnung: Verschiedene Themen der Lebens- und Sozialberatung gemäß der Berufsumschreibung im § 119 GewO 1994

3 Einer Gewerbeberechtigung für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung (§ 94 Z 46) bedarf es für die Beratung und Betreuung von Menschen, insbesondere im Zusammenhang mit Persönlichkeitsproblemen, Ehe- und Familienproblemen, Erziehungsproblemen, Berufsproblemen und sexuellen Problemen. Dazu gehört auch die psychologische Beratung mit Ausnahme der Psychotherapie. (§ 119 GewO 1994)

4 nach Bliem©

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